Rezension zu „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ von John Green

Titel: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

Autor: John Green

Übersetzer: Sophie Zeitz

Genre: Jugendbuch (All Age)

Seitenanzahl: 288

Verlag: Hanser Verlag

Preis: 20€

Inhaltsanagbe

Als der Millionär Russell Pickett in einer Nacht- und Nebelaktion verschwindet und die Polizei eine Belohnung von 100.000 Dollar für dienliche Hinweise aussetzt, ist Aza Holmes‘ beste Freundin Daisy sofort Feuer und Flamme. Aza hat eigentlich keinen Kopf dafür – hält ihr eigener sie doch fest in einer Gedankenspirale aus Ängsten und Sorgen zusammen, die immer wieder Überhand von ihr ergreifen. Denn Aza hat Angststörungen. Doch schließlich lässt sie sich doch überzeugen Daisy bei der Suche zu helfen – und findet dabei so viel mehr als nur Hinweise zu Pickett.

Unsere Meinung

Dieses Buch war ein Pflichtkauf, schließlich hat uns John Greens Schreibstil schon in der Vergangenheit sehr gut gefallen: Er schreibt intelligent, ohne dabei gekünstelt zu wirken und schafft stets quirlige, realtitätsnahe Figuren, die man einfach ins Herz schließen muss. Auch in „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist der Schreibstil wie gewohnt angenehm und einfach eine wahre Wonne. Was die Geschichte anbelangt, so müssen wir leider passen. Zu Beginn waren Aza und ihre Angststörungen noch das, was uns ans Buch gefesselt hat. Diese ständige Angst vor Krankheiten, Bakterien und die zwanghaften Verhaltensmuster, die Aza sich immer wieder selbst auszuführen zwingt, waren erschreckend und neu für uns. Zu wissen, dass John Green selbst davon betroffen ist, hat uns Azas Gedankenspirale mit wachsender Spannung lesen lassen – würde sie es tatsächlich schaffen, sich von ihren eigenen Gedanken zu befreien?
Wo wir schon einmal von Spannung reden: Der eigentliche Plot des Buches hat uns nicht gut gefallen. Die Suche nach Wilson Pickett ist recht schnell beendet, das Hin und Her zwischen Aza und ihrem neuen Freund ist auch nur minder fesselnd und auch ansonsten fehlte dem Plot ein roter Faden, wie wir finden. Es ist letztlich tatsächlich Azas Krankheitsverlauf, der eine Spannungskurve mitbringt und uns gegen Ende des Buches noch einmal den Atem anhalten lässt, uns für Holmesy hoffen und bangen lässt und wegen dem wir sie am liebsten wach rütteln würde, um ihr zu helfen. Und doch: Als wir das Buch nach Ende der Lektüre zuklappen, bleibt Aza eine entfernte Bekannte. Sei es, weil wir persönlich vorher noch nie mit derart ausgeprägten Angststörungen in Verbindung kamen oder, weil Aza Holmes auch sich selbst in weiten Teilen fremd ist – wir fanden keinen rechten Zugang zu ihrer Person, fühlen uns ihr nicht so verbunden wie wir es sonst mit Charakteren aus John Greens Romanen tun.

Fazit

Wer John Green um seines Schreibstils willen lesen will, der wird auch an diesem Buch Freude haben: Nüchtern, aber intelligent und mit vielen schönen Literaturverweisen gespickt führt der Autor in Aza Holmes‘ Gedankenspirale. Doch die restliche Handlung lässt leider zu wünschen übrig, auch Aza als Charakter bleibt uns eher fremd. 20€ sind zudem ein happiger Preis für ein Jugendbuch dieser Größe. Wer John Green zwar lesen möchte, aber nicht unbedingt sofort, möchte womöglich lieber auf das günstigere Taschenbuch warten – denn die Geschichte ist sicherlich nicht für jedermann geeignet.

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