Rezension zu „Und dennoch ist es Liebe“ von Jodi Picoult

Titel: Und dennoch ist es Liebe

Autorin: Jodi Picoult

Übersetzer: Rainer Schumacher

Genre: Roman

Seitenanzahl: 619

Verlag: Bastei Lübbe

Preis: 8,99€ (ebook)

Inhaltsanagbe

Die 18-jährige Paige O’Toole ist unsterblich in Nicholas verliebt, sobald sie ihn das erste Mal sieht. Er ist ihr Neuanfang, mit dem sie ihr altes Leben in Chicago samt strenggläubigem Vater und dem Verschwinden ihrer Mutter hinter sich lassen kann. Und auch Nicholas, der aufstrebende Stern am Kardiologen-Himmel, findet in Paige etwas, von dem er nicht wusste, dass er es suchte. Die beiden heiraten und die Jahre ziehen ins Land – bis Paige ihrer Rolle nicht mehr standhält und entscheidet, auszubrechen.

Unsere Meinung

Als wir uns nach der ersten Hälfte des Buches noch immer so fühlten, als müssten wir noch in die Geschichte reinfinden, bekamen wir Zweifel, ob uns Jodi Picoult wohl enttäuschen würde. Nicholas war ein ungehobelter, überwiegend gefühlskalter Kerl, zu dem wir kaum Zugang hatten. Paige, anfangs vorgestellt als ein kreativer Freigeist, schien mehr und mehr in der öden Hausfrauen-Rolle gefangen, ohne sich davon lösen zu wollen – irgendwie erschienen uns die Charaktere nicht schlüssig. Und als Paige dann auch noch entschied (Achtung, Spoiler) ihren frischgeborenen Sohn einfach zurückzulassen, wollten wir die Lektüre schon fast abbrechen. Nicht etwa, weil eine solche Entscheidung ganz und gar undenkbar wäre, aber einfach, weil es nicht zu Paige so wie Jodi Picoult sie bis dahin beschrieben hatte, gepasst hat. Es erschien einfach zu abstrus.
Doch ab dem Zeitpunkt ihrer Flucht öffnete sich Paige dem Leser mehr und mehr und schnell wurde klar: Jodi Picoult hat das Pferd einfach von hinten aufgezäumt. Statt dem Leser gleich Paiges gesamten Charakter offenzulegen, hat sie ihn uns erst im Laufe der Geschichte entdecken lassen, hat Seite für Seite Verständnis geschaffen. So konnten wir dann doch endlich eine Verbindung zu Paige aufbauen und sowohl ihre Handlungen als auch ihre Wünsche besser nachvollziehen. Sie bei ihrem Prozess zur Selbstfindung und ihrer Rolle im Leben zu begleiten, war faszinierend und bereichernd und hat uns auch zum Nachdenken angeregt. Denn – wie von der Autorin gewohnt – Jodi Picoult lässt ihre Protagonisten gern unkonventionelle Dinge tun, die der Leser im ersten Moment vielleicht verurteilen mag. Doch im Laufe des Buches fängt man als Leser automatisch an, diese vorschnellen Urteile und damit auch sein eigenes Denken zu hinterfragen – und plötzlich versteht man Paige O’Toole besser als man für möglich gehalten hätte.

Fazit

Auch wenn die erste Hälfte des Buches sinnfrei und die Protagonistin unzugänglich erscheinen mag, lohnt es sich, dranzubleiben. Langweilig ist es dank des wunderbaren, einzigartigen Schreibstils Jodi Picoults nicht und in der zweiten Hälfte des Buches offenbart sich dem Leser endlich, wohin es für Paige O’Toole im Leben gehen soll – und es ist eine Bereicherung, sie zu begleiten. Eine inspirierende Geschichte vom ewigen Konflikt zwischen Konvention und Selbstverwirklichung.

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