Rezension zu „Die Maske“ von Fuminori Nakamura

Titel: Die Maske

Autor: Fuminori Nakamura

Übersetzer: Thomas Eggenberg

Genre: Roman

Seitenanzahl: 352

Verlag: Diogenes

Preis: 24€

Inhaltsanagbe

Fumihiro ist ein böses Geschwür, denn zu diesem hat ihn sein Vater erzogen. Ein Geschwür für die Menschheit, unheilbringend und tödlich. So sehr sich Fumihiro seiner Bestimmung auch widersetzen will, kann er den Fängen seiner mächtigen Familie nicht entkommen. Aus Liebe zu dem Waisenmädchen Kaori wendet sich Fumihiro dennoch gegen seinen Vater – und ohne es zu wissen, wird er dadurch genau zu dem Geschwür, das sich sein Vater stets ersehnte.

Unsere Meinung

Die Idee hinter diesem Buch hat uns sogleich angesprochen: Ein Junge, dazu auserkoren ein tödliches Geschwür zu werden, widersetzt sich aus Liebe zu einem Waisenmädchen seiner Bestimmung, allen Mächten seiner Mafia-Familie zum Trotz. Dabei erhofften wir uns weder eine mitreißende Liebesgeschichte noch ein Drama, sondern einen spannenden, dunklen Kampf gegen das Böse in der eigenen Familie.
Was wir uns erhofften, wurde dann aber schnell egal, weil das Buch eine Länge nach der anderen mit sich brachte und einfach nicht an Fahrt aufnahm. Aus der Idee, dass der Vater aus seinem Sohn ein unheilbringendes Wesen machen möchte, hätte man so viel mehr machen können. Stattdessen geht es in dem Buch offenbar vielmehr um die Menschheit und die Frage, welchen Sinn gute und schlechte Taten haben. Dabei wird an einigen Stellen durchaus deutlich, dass der Autor anhand von Fumihiros Leben ein gesellschaftliches Porträt aufstellen will. Dass wir die Handlung dennoch als träge und nicht gewinnbringend für die Interpretation empfanden, mag einerseits daran liegen, dass wir zu wenig über die japanische Mentalität und Politik wissen. Andererseits kann es auch nicht die Absicht des Autors gewesen sein, den Leser mit ellenlangen Monologen über die Sinnfreiheit guter Taten zum Nachdenken anzuregen. Zumindest bei uns hat das nicht funktioniert, da die Idee unserer Meinung nach einerseits zu abstrakt und andererseits zu plump abgehandelt wurde.
Auch den Nebendarstellern der Geschichte (Aida, Fumihiros Bruder, der Detektiv) konnten wir keine rechte Bestimmung im Handlungsstrang zuordnen: Wozu der ganze Aufwand um Shintanis Vergangenheit, wenn doch am Ende ohnehin keine Auflösung stattfindet? Inwiefern trugen diese Persönlichkeiten zur Geschichte rund um Fumihiro, seine Bestimmung und Kaori bei? Trotz des angenehmen Schreibstils bleibt uns dieses Buch ein Rätsel.

Fazit

Wer das Buch erfolgreich und mit Freude interpretieren konnte, möge sich bitte bei uns melden – wir sind wirklich aufrichtig daran interessiert, zu erfahren, was euch an dem Buch gefallen hat. Da wir selbst es nicht erkennen konnten, blieb nach der Lektüre nur Enttäuschung über die verlorene Zeit, die wir mit diesen 352 Seiten verbracht haben. Wir können dieses Buch weder empfehlen noch davon abraten, denn wer weiß, vielleicht findet ihr in der Geschichte ja einen tieferen Sinn? Probiert es aus – wir haben euch hiermit gewarnt.

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