Rezension zu „The Hate U Give“ von Angie Thomas


Titel: The Hate U Give

Autor: Angie Thomas

Übersetzerin: Henriette Zeltner

Genre: Jugendbuch

Seitenanzahl: 512

Verlag: cbt

Preis: 17,99 Euro

Inhaltsangabe

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…

Unsere Meinung

Dieses Buch zu rezensieren, fällt besonders schwer. Denn wie argumentiert man, dass jeder dieses Buch gelesen haben sollte? Fangen wir einfach mal mit der Story an: Gleich auf den ersten Seiten nimmt das Buch an Fahrt auf und der Leser wird bis ins Mark erschüttert. Angie Thomas beschreibt den tragischen Tod Khalils auf so prägnante, nüchterne Weise, dass man als Leser genau das fühlt, was auch unsere Protagonistin Starr empfindet: Schock, Trauer, Wut, aber vor allem Ungerechtigkeit. In der ersten Zeit nach Khalils Tod lernen wir auch Starrs Familie kennen, die einem bald schon ans Herz wächst. Thomas‘ Schreibstil ist so realitätsnah und doch detailliert, dass erst beim zweiten Mal Lesen deutlich wird, woran das liegt: Angie Thomas verpackt wichtige moralische Botschaften in diesem Buch nicht in aufwendige, schnörkelige Metaphern, sondern sagt es, wie es ist – und zwar am liebsten durch Dialoge mit Starr und ihrem wundervollen, bodenständigen und humorvollen Vater.
So ist es kein Wunder, dass man sich als Leser kaum von dem Buch loseisen kann. Man möchte wissen, ob Starr tatsächlich noch ihre Stimme erhebt, ob sie für Khalils Gerechtigkeit kämpft und wenn sie das tut, wie ihr Umfeld das wahrnimmt – das Buch verliert zu keiner Zeit an Spannung. Tatsächlich kann man nur darüber staunen, wie mühelos die Autorin so viele verschiedene Handlungsstränge zusammenkommen lässt: Wir lernen nicht nur Starr, sondern auch ihre liebenswürdigen (und manchmal sehr witzigen) Eltern kennen, ihren Onkel Carlos und seine Vergangenheit, DeVante und seine Familie und natürlich Chris, Starrs Freund.
Das bringt uns zum nächsten Punkt, der vielleicht erst einmal ernüchternd klingt, am Ende aber herrlisch erfrischend wirkt: In diesem Buch geht es nicht um eine Liebesgeschichte. Starr hat von Anfang an ihren Freund Chris und es werden auch Schweierigkeiten in ihrer Beziehung thematisiert, tatsächlich aber haben diese Konflikte nichts mit dem gewöhnlichen Liebes-Drama zu tun, das wir sonst oftmals von Jugendbüchern gewöhnt sind. Vielmehr nutzt die Autorin auch diesen Aspekt, um den moralischen Zwiespalt vieler Afroamerikaner jugendgerecht und realitätsnah zu verpacken und dem Leser näher zu bringen.

Fazit

In diesem Buch geht es nicht nur um das Schicksal Khalils. Es geht um all jene Afroamerikaner, denen Unrecht getan wird, und es ist Angie Thomas gelungen, diese Thematik in ein jugendtaugliches Buch zu verwandeln, dass wir uneingeschränkt allen Personen zwischen 12 und 120 Jahren empfehlen können, gar empfehlen müssen. Besonders lesenswert ist es im englischen Original, da nur dort die einzigartige Sprechweise der Afroamerikaner wirklich authentisch dargestellt ist – eine Sprechweise, die in den USA bisweilen negativ konnotiert und auch ein Grund für viele Vorurteile ist. Wir können nicht viel mehr sagen als: Lest „The Hate U Give“ selbst und lasst euch von Starr nach Garden Heights in einen packenden Kampf um Gerechtigkeit entführen.

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